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Studierendenexkursion ins Mittlere Neckartal

In den Geowissenschaften ist es von zentraler Bedeutung neben der eigenen Fachrichtung auch in verwandten Disziplinen Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus ist es wichtig, bereits frühzeitig Kontakte zu anderen Studierenden, WissenschaftlerInnen sowie potentiellen zukünftigen KollegInnen und Arbeitgebern zu knüpfen. Mehrtägige Exkursionen bieten eine gute Gelegenheit dazu und ermöglichen es zugleich einmal mehr über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.

Im März 2017 brachen Studierende der RWTH Aachen und der Universität zu Köln zu einer interdisziplinären Geländeexkursion in das Mittlere Nechartal auf. Da die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein zentrales Anliegen des Geoverbundes ABC/J ist, wurde die Durchführung der Exkursion durch das geowissenschaftliche Netzwerk finanziell unterstützt.

© Dr. Philipp SchulteCopyright: Dr. Philipp Schulte


Die Neckarschlaufe bei Lauffen ist ein besonders geeigneter Landschaftsraum, um Studierenden geowissenschaftliche Themen mit gesellschaftlichem Bezug anhand angewandter Fragestellungen zu veranschaulichen. Im Fokus der Exkursion: der regionale Weinbau. In der im Jahr 1935 gegründeten Lauffener Weingärtnergenossenschaft werden bis heute von zahlreichen Weinbauern auf etwa 570 Hektar Fläche jährlich ca. 6 Millionen Liter Wein produziert. Die Landschaftsentwicklung im Mittleren Nechartal wird seit Jahrhunderten maßgeblich durch die Tätigkeit des Menschen beeinflusst. Man geht davon aus, dass in der Region bereits seit der Römerzeit Weinbau betrieben wird.
Die Gestalt und die Beschaffenheit der geologischen Schichten im Untergrund liefert die Basis der heutigen Landschaftsarchitektur. Geomorphologische Prozesse haben zur Entwicklung des außergewöhnlichen Reliefs der Neckarschlaufe geführt. In unterschiedlichen geomorphologischen Positionen konnten sich in Abhängigkeit vom jeweiligen geologischen Untergrund unterschiedliche Bodentypen entwickeln.


Neben der geowissenschaftlichen Bewertung der natürlichen Ausstattung unterschiedlicher Standorte im Hinblick auf ihre Eignung für den Weinbau (u.a. Geologie, Relief, Boden) wurde auch der Einfluss der intensiven menschlichen Nutzung auf die Böden analysiert. Im Rahmen der Exkursion formulierten die Studierenden eigene Hypothesen zur Entwicklung des Geländes und zur Landschaftsgeschichte, die im Anschluss mit Hilfe laboranalytischer Methoden überprüft und in Form wissenschaftlicher Berichte ausgewertet wurden. Dabei profitierten alle ExkursiantInnen vom regen Austausch zwischen den unterschiedlichen geowissenschaftlichen Disziplinen (insb. Geologie, Geomorphologie und Bodenkunde).

© Dr. Philipp SchulteCopyright: Dr. Philipp Schulte

Am Ende der Exkursion zogen die Studierenden sowie die beiden Exkursionsleiter, Dr. Philipp Schulte (Lehrstuhl für Physische Geographie und Geoökologie der RWTH Aachen) und Bastian Schneider, M.Sc. (Steinmann-Institut für Geologie der Universität Bonn), ein durchweg positives Fazit. Dazu trug sicherlich auch die unkomplizierte Anerkennung der Exkursionsleistungen innerhalb der Studiengänge Angewandte Geographie (RWTH Aachen) und Umweltgeologie (Uni Bonn) bei.

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