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Dr. Michael Eisele

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), Düsseldorf, Germany



Kooperationsprojekt GROWA+ NRW2021: Modellbasiertes Management der landwirtschaftlich bedingten Stickstoffeinträge ins Grundwasser

© Dr. Michael EiseleDr. Michael Eisele
Copyright: privat

Zusammenfassung

In NRW wurden 87 von 275 Grundwasserkörpern (ca. 40% der Flächensumme) im Jahr 2015 aufgrund zu hoher Nitratgehalte im Grundwasser in den schlechten chemischen Zustand gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eingestuft, obwohl bereits Maßnahmenprogramme mit dem Ziel der Reduktion des Nitrateintrags ins Grundwasser implementiert wurden. Bei weiteren Grundwasserkörpern ist die Zielerreichung „guter chemischer Zustand“ auch bis zum Ende der nächsten Bewirtschaftungsperioden (2021/2027) gefährdet. Vor diesem Hintergrund wurde Ende 2015 unter Leitung des LANUV das Kooperationsprojekt GROWA+ NRW 2021 aufgelegt, an dem neben dem LANUV das Forschungszentrum Jülich (FZJ), der Geologische Dienst NRW (GD), die Landwirtschaftskammer NRW (LWK) und das Thünen-Institut (TI) beteiligt sind.
Im Projekt GROWA+ NRW 2021 werden folgende Ziele verfolgt:

  • Berücksichtigung der bestmöglichen landesweit verfügbaren Datenbestände und Expertise aus einschlägigen, NRW-weit agierenden Fachinstitutionen
  • Aufbau einer aktuellen und fortschreibbaren, NRW-weit konsistenten Datengrundlage
  • Einsatz und zielgerichtete Weiterentwicklung der in NRW bereits bewährten Modellkette RAUMIS-GROWA/mGROWA-DENUZ-WEKU zur Analyse der Stickstoffeinträge in das Grundwasser und in die Oberflächengewässer für eine räumlich hoch differenzierte und landesweit konsistente Problemanalyse
  • Quantifizierung aller relevanten diffusen Stickstoffquellen (N-Bilanzüberschuss der landwirtschaftlichen Flächen, atmosphärische Deposition, Punktquellen z.B. Kleinkläranlagen)
  • Quantifizierung der diffusen Stickstoffeinträge ins Grundwasser und die Oberflächengewässer über die Eintragspfade Grundwasser, Zwischenabfluss, Dränagen, Erosion, Abschwemmung, Deposition
  • Bestimmung von Verweil- und Fließzeiten in der ungesättigte Zone und im Grundwasser
  • Quantifizierung des Nitratabbaus in Boden und Grundwasser
  • Quantifizierung des N-Minderungsbedarfs, der erbracht werden muss, um Qualitätsziele der WRRL, der Nitratrichtlinie und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie zu erreichen
  • Bewertung der Effizienz von Reduktionsmaßnahmen auf der Basis von Szenarienberechnungen
  • Ableitung und Empfehlung von regional passfähigen sowie ökonomisch sinnvollen und sozial verantwortbaren Handlungsoptionen

Die Ergebnisse des Projekts GROWA+ NRW 2021 sollen bis zur nächsten WRRL-Bestandsaufnahme (2019) vorliegen. Zwischenergebnisse und methodische Fragen werden während der laufenden Entwicklungsarbeiten innerhalb der beteiligten Institutionen sowie mit weiteren Fach-Arbeitskreisen jeweils intensiv diskutiert und evaluiert. Ein besonderes Merkmal des Projektes ist die aktive Einbindung von NRW-Fachinstitutionen (Wasserverbände und weitere Vertreter der Wasserwirtschaft, Landwirtschaftsberater etc.) zur Erschließung weiteren Know-How’s und zur Steigerung der Ergebnis- und Maßnahmenakzeptanz.

Erste Zwischenergebnisse werden auf der Tagung vorgestellt.


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