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Dr. Horst Gömann

Landwirtschaftskammer NRW, Köln, Germany



„Neue Konzepte der Landwirtschaft in NRW zum landwirtschaftlichen Gewässerschutz“

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Zusammenfassung

Die Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist durch gute bis sehr gute Standortbedingungen, wie Klima, Boden und die Nähe zu Verbrauchern, geprägt. Im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat eine räumliche Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion stattgefunden. Von besonderer Bedeutung für den landwirtschaftlichen Gewässerschutz sind die intensive Viehhaltung im Münsterland sowie der Gartenbau entlang des Rheins. Herausforderungen bestehen durch den regionalen Nährstoffanfall aus der Tierhaltung bzw. einer hohen Düngungsintensität in einigen Gartenbaukulturen.


Aktuell fokussieren Anstrengungen in der Landwirtschaft auf die Umsetzung der novellierten Düngegesetzgebung. Die darin festgelegten höheren Standards beispielsweise in Bezug auf die Ausnutzungsgrade der Nährstoffe in Wirtschaftsdüngern oder der maximal zulässigen Nährstoffüberschüsse erfordern bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben deutliche Anpassungen. Zu erwarten ist u. a. eine Zunahme überregionaler Wirtschaftsdüngertransporte. Die Anpassungen an die novellierte Düngeverordnung, deren Einhaltung in NRW intensiv überwacht wird, werden in Hot-Spot-Regionen zur Verbesserung der Gewässerbelastungen mit Nährstoffen aus der Landwirtschaft führen.


Über die Einhaltung des Ordnungsrechtes hinaus besteht weiteres Potenzial für Maßnahmen des landwirtschaftlichen Gewässerschutzes. Der in NRW seit Mitte der 1980er Jahre bewährte Ansatz des kooperativen Gewässerschutzes zwischen Wasserversorgern und Landwirtschaft in Trinkwassergewinnungsgebieten wird gestärkt. Landwirtschaftliche Betriebe setzen auf freiwilliger Basis regional angepasste Maßnahmen um, wobei die Beratung eine wichtige Rolle spielt. In Gebieten mit roten Grundwasserkörpern wird die Wasserschutzberatung zur Umsetzung der WRRL in drei Intensitätsstufen ausgebaut. Zusätzlich wurde eine Oberflächengewässerberatung auf Grundlage des 2. Bewirtschaftungsplanes (2016 – 2021) etabliert. Handlungsfelder an den Gewässerabschnitten sind die Minderung von Erosion und Run off sowie die Verhinderung von Pflanzenschutzmitteleinträgen in das Oberflächengewässer.


Grundlage der Wasserschutzberatung sind Erkenntnisse aus umfangreichen Versuchen der Landwirtschaftskammer zum Pflanzenbau, zur Düngung und zur Ausbringung von Wirtschaftsdüngern. Das Ziel ist es, die Effizienz des Nährstoffeinsatzes zu verbessern. Die Ergebnisse werden über die Beratung in landwirtschaftliche Betriebe hineingetragen. Für den Wissenstransfer in die Praxis spielen 31 Modellbetriebe eine wichtige Rolle, auf denen praxistaugliche Lösungen und innovative Techniken für Wasserschutzmaßnahmen entwickelt, getestet und demonstriert werden. Die Wirkungen der Maßnahmen werden u. a. mit Hilfe von in Praxisflächen verbauten Saugplattenanlagen überprüft.


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