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Prof. Karin Holm-Müller

Universität Bonn, Germany

„Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft - Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem (aus dem SRU-Sondergutachten)“

Zusammenfassung

© Prof. Karin Holm-MüllerProf. Karin Holm-Müller
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Auf nationaler und europäischer Ebene existiert bereits eine Vielzahl von Reduktionszielen für den Eintrag von reaktivem Stickstoff in die Umwelt. Zahlreiche Vorgaben werden jedoch noch verfehlt. Dies hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) zum Anlass genommen, um 2015 im Rahmen eines Sondergutachtens Ursachen und mögliche Lösungen der Stickstoffproblematik umfassend zu beleuchten.

Dabei stellt die Landwirtschaft, neben Verkehr und stationären Feuerungsanlagen, einen Hauptverursacher da. Die landwirtschaftliche Produktion ist für einen Großteil der Nitrateinträge in Wasserkörper sowie Ammoniak- und Lachgaseinträge in die Atmosphäre verantwortlich. Dies wirkt sich nicht nur negativ auf die Qualität von Grundwasser und Oberflächengewässern aus, sondern gefährdet auch die terrestrische Biodiversität.

Der SRU sieht in seinem Gutachten die Düngeverordnung als zentrales, ordnungsrechtliches Instrument an, um den Eintrag von Stickstoff aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Das in diesem Jahr verabschiedete, novellierte Düngerecht beinhaltet zahlreiche Elemente, die auch vom SRU vorgeschlagen wurden. Neben weitreichenden Empfehlungen zu Gesetzgebungen in einzelnen Sektoren hat sich der SRU auch für die Erarbeitung einer nationalen Stickstoffstrategie ausgesprochen. Sie kann eine politische Agenda setzen, ein Forum für politische und gesellschaftliche Diskussionsprozesse schaffen, einen übergeordneten Begründungsrahmen für politische Handlungsprogramme liefern und breit getragene Politikziele formulieren. Ein entsprechender Strategieprozess wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit darauf folgend angestoßen.


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