MULTI-MAREX in Kalamata: Wissenschaftlicher Austausch, Fieldwork und Exkursion im Zeichen der Geogefahren

Vom 12. bis 17. September 2026 fand im Cultural Centre Kalamata die MULTI-MAREX Scientific Conference statt – anlässlich 40 Jahre nach dem Erdbeben von 1986 widmete sich die Konferenz seismischen, vulkanischen und tsunamibedingten Geogefahren in Küstenregionen. Der Geoverbund ABC/J hat die Teilnahme an der Konferenz unterstützt – offen für Studierende aus dem gesamten Netzwerk.

Wissenschaftliche Konferenz

Im Zentrum der Vorträge stand die Frage, wie sich Risikomanagement für Küstenregionen wie Kalamata konkret umsetzen lässt – von der Gefährdungsanalyse bis zur Vorsorge. Internationale Referierende beleuchteten das Thema aus verschiedenen Perspektiven: Paraskevi Nomikou sprach über den vulkanischen Bogen der Ägäis, Klaus Reicherter eröffnete die Session vor vollem Auditorium, Holger Schüttrumpf referierte zur Tsunami-Vorsorge mit Fokus auf Kalamata, Andreas Vött ordnete die tektonische Situation der Region ein, Dimitrios Papanikolaou und Ioannis Papanikolaou beleuchteten aktive Störungszonen, und Athanassios Ganas stellte aktuelle Deformationsdaten für den Südwest-Peloponnes vor.

Student Conference und Workshops

Am Sonntag folgte die Student Conference, bei der Early Career Scientists aus Griechenland und Deutschland eigene Forschungsergebnisse präsentierten. Am Montag standen im Rahmen der Summer School praktisch orientierte Workshops auf dem Programm – darunter Kartierungsmethoden mittels Laserscanning sowie eine sedimentologische Beprobung des Nedon-Flussbettes unter Leitung von M.Sc. Leonie Burneleit (RWTH Aachen) mit Kolleg:innen aus Oldenburg und Sydney. Mit dem Geoslicer wurden Sedimentprofile genommen und Probenahmestellen bewertet – Grundlage für Burneleits Doktorarbeit zur organisch-geochemischen Charakterisierung des Flusses und seinem Einfluss auf den Golf von Messenien.

Exkursion durch den südlichen Peloponnes

Am Dienstag und Mittwoch rundete eine Exkursion das Programm ab. Der Dienstag stand im Zeichen der Geologie: Die Faltenstrukturen des Taygetos-Gebirges sowie die UNESCO-Weltkulturerbestätte Mystras standen auf dem Programm. Am Mittwoch besuchte die Gruppe das antike Messene und anschließend Koroni, den südlichsten Punkt der Westküste des Golfs von Messenien. Am alten Hafen von Koroni schloss sich der Kreis zur Konferenz: Am Wasserstandspegel des griechischen Tsunami-Frühwarnzentrums (NOA) ließ sich die Exposition und Vulnerabilität von Koroni und Petalidi direkt vor Ort nachvollziehen.

Mit dieser Verbindung aus Spitzenforschung, Nachwuchsförderung und praktischer Feldarbeit hat der Geoverbund ABC/J Studierenden aus seinem Netzwerk einen intensiven Einblick in aktuelle Geowissenschaften ermöglicht.

Letzte Änderung: 21.09.2026